Bitcoin in der Projektwoche

Über die Vorbereitung, Durchführung und das Fazit einer Projektwoche zum Thema Geld und Bitcoin

Teil 1: Vorüberlegungen und Vorbereitung

In der letzten Woche fand in meiner Schule eine Projektwoche statt und ich konnte es mir nicht nehmen lassen, ein Projekt zum Thema „Bitcoin in Theorie und Praxis – Digitalisierung des Geldes“ anzubieten. Gerne möchte ich euch davon berichten, vielleicht kann der eine oder andere etwas mitnehmen. Die zugehörigen Materialien werde ich nach und nach auf meiner github-Seite (https://github.com/zettizettler) verlinken, bis sich irgendwann ein besserer Ort für so etwas findet.

Quadratur des Kreises – die didaktische Reduzierung

Es sollte wenig überraschen, dass die didaktische Reduzierung eine der größten Herausforderungen bei der Planung und Durchführung des Projektes war. Der Kaninchenbau ist tief und verzweigt, die Aufnahmefähigkeit von Jugendlichen begrenzt und die Zeit war mit vier Tagen knapp bemessen. Ich hatte mich trotzdem für eine ausführliche Hinführung über die Themenbereiche „Was ist Geld?“ und „Geldgeschichte“ entschieden, bevor es im Detail um Bitcoin gehen sollte.

„Der Köder muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler“ –  Vorstellung und Werbung:

Wie üblich musste man im Vorhinein eine Projektbeschreibung einreichen, die Auskunft über die Inhalte, Voraussetzungen und Zielgruppe gab. Ich hatte mich für eine Beschränkung auf die Jahrgangsstufen 9-11 (EF) entschieden. Die Stufe Q1 gibt gab es zur Zeit an unserer Schule nicht und die Q2 hatte gerade ihr Abiturzeugnis erhalten und dementsprechend nicht teilgenommen. Die unteren Altersklassen habe ich für diesen ersten Durchgang ausgespart, weil ich mir nicht auch noch um Gedanken um eine Differenzierung machen wollte, die ihnen gerecht wird.

Als Kosten und Voraussetzung habe ich ein eigenes digitales Endgerät und 500 MB Datenvolumen angegeben. Die Ipads der Schule agieren im Wlan der Schule mal weniger und mal mehr erfolgreich mit Beschränkungen und deshalb wollte ich mich von diesem Risiko befreien. Die 500 MB Datenvolumen waren zum Herunterladen von Wallets, Recherchen und dem Versenden/Empfangen von Satoshis eingeplant. In meinen eigenen Lerngruppen habe ich natürlich für das Projekt geworben und war gespannt auf die Wahlentscheidungen der Schülerinnen und Schüler. Diese müssen eine bestimmte Anzahl von Projekten auswählen, Prioritäten verleihen und werden dann durch ein System zugeteilt.

„Ist die OPSEC ruiniert – lebt es sich ganz ungeniert“ – mögliche Bedenken

Natürlich kann man sich auch viele negative Gedanken dazu machen, ob man ein solches Projekt durchführen möchte. Da ich das Thema Bitcoin an passenden Stellen im Unterricht angesprochen und auch hin und wieder an passender Stelle kleine Exkurse durchgeführt habe, ist den Schülerinnen und Schülern bereits bekannt, dass ich mich damit auskenne. Ein Verlust meiner Operational Security (OPSEC) war somit schon an dieser Stelle erfolgt. Auch im Kollegium wussten einige, dass ich mich mit dem Thema beschäftige, hatte ich doch auch einige Bücher in die „UNESCO-Bibliothek“ des Lehrerzimmers geschmuggelt. Die Reaktionen auf die Ankündigungen des Projektes waren dementsprechend entweder gering oder positiv.

Da mir grundlegende didaktische Richtlinien bei politischen und finanziellen Themen bekannt sind, war mir klar, dass es nicht um eine Finanzberatung gehen durfte und ich politischer Neutralität verpflichtet war.

„Wer zahlt, bestimmt die Musik.“ – Finanzierung

Ich wollte nicht auf die Finanzinfrastruktur der Schule angewiesen sein, um keine Rechenschaftspflicht zu haben. Genauso wenig wollte ich einen privaten Sponsor im Vorhinein angeben müssen, dem man das Engagement als bloßes  Verfolgen finanzieller Eigeninteressen anlasten könnte. Gerade beim Thema Finanzbildung in der Schule ist das Thema sehr heikel.

Also entschloss ich mich, zunächst aus eigener Tasche vorzufinanzieren und im Nachgang in der Community um Unterstützung zu werben. Ausgaben plante ich lediglich für einige Bücher und Satoshis zu Testzwecken ein.

In Teil 2 werde ich von der Planung und Durchführung des ersten Tages berichten.

Ich freue über Rückmeldungen, Anregungen und Kritik!


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