Spuren des Krieges im Nahen Osten
Autor: Marcel Bühler.
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Liebe Zeitgenossen, liebe Freunde,
Die israelisch-amerikanische Strategie eines Enthauptungsschlages mit nachfolgendem “Regimechange” im Iran ist ein weiteres Mal gescheitert und der Krieg im nahen und mittleren Osten weitet sich stattdessen aus. Obschon die ersten 6 Raketen, welche am Morgen des 28.2.2026 in einem Gebäudekomplex in der iranischen Hauptstadt Teheran einschlugen und neben dem Religionsführer Ayatollah Ali Chamenei auch 7 hohe Militärführer des iranischen Sicherheitsapparates töteten, führen die iranischen Streitkräfte erfolgreiche Gegenangriffe mit Drohnen und Raketen verschiedenen Typs auf mind. 27 US-Militärbasen in den Golfstaaten, in der Türkei und sogar auf Zypern, wohin ein Teil der US-Luftwaffe auswich, durch. Wie im 12-Tagekrieg vom letzten Juni werden auch wieder verschiedene militärische Ziele sowie die Infrastruktur in Tel Aviv und Haifa sowie in anderen Städten Israels mit koordinierten Wellen von Raketen- und Drohnenangriffen ins Visier genommen. Auch der Verlust der ersten F-15 Kampfflugzeuge wurde von Kuweit gemeldet und in Saudiarabien wurde eine Ölförderanlage in Brand geschossen. Im Gegenzug haben die USA und Israel angekündigt, ihre Angriffe auf Ziele in Teheran und andere iranische Städte intensivieren zu wollen. Der britische Regierungschef Keir Starmer erklärte, sein Land beteilige sich diesmal nicht aktiv am Krieg, stelle aber seine Luftwaffenstützpunkte für den Verbündeten USA zur Verfügung, um britische “Interessen und Bürger” schützen.
Hier die Liste der getöteten iranischen Militärführer:
- Ali Shamkhani, Leiter des Nationalen Verteidigungsrats
- Mohammad Pakpour, Oberbefehlshaber der IRGC
- Aziz Nasirzadeh, Verteidigungsminister
- Sayyid Abdolrahim Mousavi, Chef des Generalstabs der iranischen Streitkräfte
- Mohammad Shirazi, Leiter des Militärbüros
- Salah Asadi, Geheimdienstchef
- Hossein Jabal Amelian, Leiter von Irans Programm für fortgeschrittene Waffen
Die Luftverteidigungen beider Kriegsparteien können jeweils nur einen Teil der anfliegenden Drohnen und Raketen abfangen, so dass sich ein weiterer Abnutzungskrieg (“War of attrition”) abzeichnet. Laut übereinstimmenden Einschätzungen von unabhängigen Militärexperten aus den USA wie der ehemalige US-Marine und Geheimdienstoffizier Scott Ritter oder Colonel Douglas Macgregor bzw. Colonel Daniel Davies verfügen die USA und Israel nur für einige wenige Wochen über genügend Abwehrraketen, während der Iran in seinen unterirdischen Raketenbunkern über ein Arsenal von rund 100’000 Raketen verschiedenen Typs inkl. moderner Hyperschallraketen verfügen soll. Die Zeit läuft also absurderweise für den angegriffenen Iran und gegen die Aggressoren.
Israel und die USA hofften offenbar nach der überraschenden Tötung von Ayatollah Ali Chamenei auf einen kompletten moralischen Zusammenbruch des Mullahregimes bzw. auf einen Aufstand von unzufriedenen und durch die jahrelangen Sanktionen zermürbten Bevölkerungsteile. Stattdessen gingen Millionen von Menschen auf die Straßen von Teheran und anderen Städten um für die Regierung und die Verfassung der islamischen Republik zu demonstrieren und schwörten Rache für die Ermordung ihres politischen und religiösen Führers. Entgegen weit verbreiteter Vorstellungen ist die islamische Republik keine Einmanndiktatur, sondern ein in der Kultur und Geschichte des Landes verwurzeltes System, in dem es zumindest teilweise Wahlen gibt.

Millionen von Menschen gingen trotz den Bombardements auf die Straßen von Teheran und demonstrierten für die Regierung und die Verfassung des Landes.
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Laut Prof. Mohammed Seyed Marandi von der Universität Teheran war der ermordete Ayatollah Ali Chamenei ein gebildeter Geistlicher und Kenner der persischen, arabischen und azerbeidschanischen Literatur. Er sprach neben diesen Sprachen auch fließend englisch und las regelmässig englischsprachige Zeitungen. Er war unter Schah Reza Pahlawi mind. 6-mal im Gefängnis und neben Ruhollah Khomeini ein führender Kopf des Widerstands gegen die damalige (vom “guten” Westen gestützte) Diktatur. Daher wurde und wird er noch immer von Millionen Anhängern verehrt. Bereits 2005 (!) hatte er in einem religiösen Rechtsgutachten (Fatwa) Massenvernichtungswaffen als unvereinbar mit dem Islam erklärt und sich daher gegen die Entwicklung von Atomwaffen ausgesprochen! Da er bereits 86-jährig und krebskrank war, lehnte er es ab, wie im letzten Sommer einen sicheren Bunker zu beziehen und wählte bewusst den Märtyrertod, der im schiitischen Islam in Anlehnung an den Opfertod Husseins Ibn Ali (einem Enkel des Propheten) 680 n. Chr. in der Schlacht von Kerbela als ehrenhaft und erstrebenswert gilt. Die tödlichen Raketen der Angreifer trafen ihn am vergangenen Samstag im Büro seiner Residenz in Teheran und machten ihn dadurch ein weiteres Mal zu einem Symbol des Widerstandes gegen die modernen Feinde der islamischen Republik. Scott Ritter meinte in einem aktuellen Interview mit George Galloway, dass die US-Amerikaner das “dümmste Volk der Welt” seien die, die ihre Gegner in keiner Weise verstehen würden (und vermutlich auch gar nicht verstehen wollen), so dass sie Ali Chamenei mit seiner feigen Ermordung ein großes “Geschenk” gemacht hätten.
Hier ein Interview mit Prof. Seyed Marandi in der gleichen Episode von “The Mother of all Talk Show’s” (in englisch):
https://www.youtube.com/watch?v=mepBELwlx5E
Die Zahl, der bei einem weiteren Raketenangriff am Samstag morgen auf eine Grundschule in Minab getöteten Schulmädchen bzw. deren BetreuerInnen ist mittlerweile auf mind. 165 (!) angestiegen. Während Scott Ritter die Israelis dafür beschuldigt, vertritt Prof. Seyed Marandi die Meinung, dass die Raketen vom US-Flugzeugträger “Abraham Lincoln” abgefeuert wurden. Auf CNN wurde dagegen spekuliert, eine fehlgeleitete iranische Abwehrrakete habe die Schule getroffen. Aufgrund des Satellitenbildes (siehe unten) kann jedoch davon ausgegangen werden, dass die Schule und deren Hof (siehe blaues Areal) von den Angreifern als Teil eines größeren Komplexes (gelbes Areal) betrachtet wurde, der als Stützpunkt der iranischen Revolutionsgarden gilt. Es handelt sich also um einen sog. Kollateralschaden, für den natürlich die Aggressoren (Israel und USA) keine Verantwortung übernehmen wollen!

Um medial von diesem weiteren Kriegsverbrechen abzulenken, hat der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu dem Iran gezielte Angriffe auf Zivilisten vorgeworfen (was die Israelis bekanntlich nie tun). Die islamische Republik sei eine Gefahr für die gesamte Welt, meinte er, als er am Montag den Einschlagsort einer iranischen Rakete besichtigte, die in Beit Schemesch den Schutzraum einer Synagoge getroffen und neun Menschen getötet hatte. Von Scott Ritter wissen wir aber, dass sich darin hohe israelische Militärführer versammelt hatten, welche das Treffen kurzfristig angesetzt hatten. Woher die Iraner so schnell die entsprechenden Informationen dazu hatten, um einen gezielten Schlag mit hochpräzisen Raketen auszuführen und so die Ermordung ihrer eigenen Militärführer zu rächen, konnte er auch nicht sagen. Was die CIA und der Mossad können, kann der iranische Geheimdienst offenbar auch.
Hier die Einschätzung des bekannten Ökonomen und Politikberaters Jeffrey Sachs von der Columbia University NY bei “Judge” Andrew Napolitano (in englisch):
https://www.youtube.com/watch?v=kxQxMMNx050
Den Iran als strategischer Verbündeter Russlands und Chinas aus dem weltweiten “Great game” zu nehmen und neben Venezuela und den Golfstaaten weitere Öl- und Gasreserven zu kontrollieren, dürften die wahren Kriegsziele Israels und der USA sein.
In Tel Aviv und Washington D.C. glaubt man weder an Windräder noch an Menschenrechte!
Wie immer viele Grüße aus Zürich
M. Bühler

“Die Ausrufung des Notstands IST der Notstand. Er eröffnet die Möglichkeit eines Endes der Rechtsstaatlichkeit”
Prof. em. Richard K. Sherwin NY Law School
Marcel Bühler, freier Mitarbeiter, Rechercheur
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